Alltägliches


Begegnungen zwischen Menschen sind, so will es mir oft scheinen, wie das Kreuzen von besinnungslos dahinrasenden Zügen in tiefster Nacht. Wir werfen flüchtige, gehetzte Blicke auf die Anderen, die hinter trübem Glas in schummrigem Licht sitzen und aus unserem Blickfeld wieder verschwinden, kaum dass wir Zeit hatten, sie wahrzunehmen. Waren es wirklich ein Mann und eine Frau, die da vorbeiflitzten wie Phantasmata in einem erleuchteten Fensterrahmen, der aus dem Nichts auftauchte und ohne Sinn und Zweck hineingeschnitten schien in das menschenleere Dunkel? Kannten sich die beiden? Haben sie geredet? Gelacht? Geweint? Man wird sagen: So mag es sein, wenn fremde Spaziergänger in Regen und Wind aneinander vorbeigehen; da mag der Vergleich etwas für sich haben. Aber vielen Leuten sitzen wir doch länger gegenüber, wir essen und arbeiten zusammen, liegen nebeneinander, wohnen unter einem Dach. Wo ist da die Flüchtigkeit? Doch alles was uns Beständigkeit, Vertrautheit und intimes Wissen vorgaukelt: Ist es nicht eine zur Beruhigung erfundene Täuschung, mit der wir die flackernde, verstörende Flüchtigkeit zu überdecken und zu bannen suchen, weil es unmöglich wäre, ihr in jedem Augenblick standzuhalten? Ist nicht jeder Anblick eines Anderen und jeder Blickwechsel doch wie die gespenstisch kurze Begegnung von Blicken zwischen Reisenden, die aneinander vorbeigleiten, betäubt von der unmenschlichen Geschwindigkeit und der Faust des Luftdrucks, die alles zum Erzittern und Klirren bringt? Gleiten unsere Blicke nicht immerfort an den Anderen ab, wie in der rasenden Begegnung des Nachts und lassen uns zurück mit lauter Mutmaßungen, Gedankensplittern und angedichteten Eigenschaften? Ist es nicht in Wahrheit so, dass nicht die Menschen sich begegnen, sondern die Schatten, die ihre Vorstellungen werfen?


Das mag wohl meistens zutreffen und vieles was man an zwischenmenschlichen Beziehungen im Alltag beobachten kann, würde davon abgedeckt, oder “erklärt”. Doch nicht was zwischen uns ist. Ich komme mir fast eingebildet und naiv vor, wenn ich behaupte “wir” wären etwas Besonderes, denn immer schwingt ein Hauch von Zweifel mit, der Gedanke an die Ungewissheit der Zukunft und das Wissen, diese Meinung nicht belegen zu können. nur mit dem was in meinem Herzen ist, in dem ich deines schon so tief eingeschlossen habe. Dort weiß ich es. Dort sehe ich es. Und ich denke dort sollte es auch bleiben.

Da öffnet man einmal im Jahr seine Türen und Fenster um sich an einem sonnig-warmen Frühsommernachmittag auf den Balkon zu setzen und den Tag zu genießen und schon zieht meine einzige Topfpflanze (Dieffenbachia humilis), die zudem noch am kleinsten Fenster der Wohnung steht, die größte je von mir gesichtete Hummel an, welche dann auch noch fünf Tage von mir unentdeckt in meinem Wohnzimmer überlebt, um mich an diesem 1. Mai in Angst und Panik zu versetzen. Auf meinem Rückzug in die Küche konnte ich nur noch einen Schnappschuss erhaschen, ehe ich all meinen Mut zusammen nahm um das Dachfenster erneut zu öffnen und darauf zu hoffen, dass sie darin eine Chance sieht. Und auch wenn wir nun beide diesen schönen Tag genießen können, wird sie mich definitiv noch in meinen Träumen verfolgen.

Das erinnert entfernt an den US-Amerikanischen Schauspieler und Comedian Chris Rock.

“I’d fucking drive faster than 120 kilometers per hour on german autobahn, if i could AFFORD it!”.


Eieiei, da erhält man zum ersten mal seit Jahrzehnten morgens mal wieder kurz einen Kuss der Muse und schaut in freudiger Erwartung interessante Neuigkeiten oder lesenswerte Beiträge vorzufinden in die Printausgabe der regionalen Tageszeitung und was muss man feststellen? Selbst dort wird nur noch von Computer, Internet und Überwachungsstaat getextet. Von einem “Durchsuchen der lokalen Festplatte über das Internet” ist da die Rede. Oder ist es doch eine “Online-Durchsuchung”, sprich nur die Daten die übers Internet mit anderen Teilnehmern und Servern ausgetauscht werden, sollen unter Beobachtung gestellt werden? Der Schreiber, namentlich “dpa”, ist sich darüber wohl genauso im Unklaren wie die Initiatoren dieser Debatte. Man wird sicher einen starken und kompetenten Parner finden, der diese Aktionen durchführt und zuverlässig Rückmeldung gibt. Oder werden dann die ausführenden Mitarbeiter wiederrum von dritten überwacht? Welche Ironie des Schicksals, dass ich nicht in der Politik bin, sonst müsste ich mir ja am frühen Morgen über sowas keine Gedanken machen. Da Lob ich mir doch den Lächeln-Und-Winken-Mann der Nation. Unseren lieben Bundespräsidenten. Einfach auf, in keinster Weise verwerflichen, Sportveranstaltungen erscheinen und bald mehr Aufmerksam erhalten als die eigentlichen Akteure. Nur damit die Bevölkerung nicht vergisst wozu sie einen Bundespräsidenten hat und braucht. In einem Schulaufsatz wäre das jetzt wohl eine vier, mit Begründung “Thema verfehlt”, aber wenn der Herr “dpa” über Onlineplatten-Festübersuchung schreiben darf, kann meine Wenigkeit doch etwas in eben jenem Medium verbreiten und ab jetzt immer gleich zum Sport weiterblättern.

Denn eins ist sicher: Sollte uns mal der Himmel auf den Kopf fallen, haben weder Kopf noch Himmel etwas damit zu tun.


Ich sollte hier gesellschaftlich relevante Themen erörtern, bissige und zum Nachdenken anregende Kommentare, Kritiken und Meinungen schreiben und vorallem auf eine korrekte Groß- und Kleinschreibung achten.

Well then… i’ll do my very best.